Wanderungen
Hier beschreiben wir verschiedene schöne Wandrungen, die wir in Dolomiten unternommen haben.
Bergtouren in den Dolomiten
Nach einem "Eingewöhnungstag" mit einer Wanderung von Cortina d'Ampezzo aus führt uns unsere zweite Tour in den Dolomiten zum Klassiker, den „Drei Zinnen“.
Als wir gegen 10 Uhr in Misurina ankommen, ist die Zufahrtsstraße zur Auronzo-Hütte, dem Ausgangspunkt für die Umrundung der Drei Zinnen, wegen Überfüllung bereits gesperrt und wir müssen umkehren. So entschließen wir uns spontan, die Berge von einer anderen, unüblicheren Seite anzugehen.
Wir parken in der Nähe des Dürrensees und wandern von dort ins Tal der Rienz hinein. Auf einem Hinweisschild ist dort eine reine Wanderzeit zur „Drei-Zinnen-Hütte“ von mehr als drei Stunden angegeben.
Das Tal der Rienz - man kann erahnen, dass zu einer anderen Jahreszeit hier größere Wassermassen vorzufinden sind.
Wir kommen bis zum Rienzboden, kehren dann allerdings um, da uns die Anfahrt doch viel Zeit gekostet hat. Diese Zeit fehlt uns jetzt zum Erreichen der "Drei-Zinnen-Hütte".
Am Umkehrpunkt mit den Drei Zinnen im Hintergrund
Die Wanderung im Tal der Rienz war sehr schön und vor allem sind uns hier nur sehr wenige Wanderer begegnet.
Unsere dritte Wanderung führt uns hinauf in die Region des Falzarego-Passes (2104 m).
Dort starten wir mit der Besteigung des Lagazuoi Pizo (2778 m) auf dem sog. „Kaiserjäger-Klettersteig“. Im ersten Weltkrieg gehörte der Lagazuoi zu den am heftigsten umkämpften Gebieten der Dolomitenfront. Wir starten unsere Tour an der Talstation der Seilbahn auf der Passhöhe und leihen uns dort Helme mit Stirnlampen aus. Denn unsere Rundtour wird uns nicht nur auf, sondern auch in den Berg hinein führen.
Zunächst folgen wir dem steilen Wanderweg bergauf. Nach der ersten steilen Passage geht es über größere Geröllhalden weiter und der eigentliche Klettersteig beginnt.
Sicherungen erleichtern den Aufstieg durch eine Felsrinne
Die Kletterstellen sind durch Seile und durch in die Felsen eingelassene Metallbügel gut gesichert. Wir überqueren eine Felsspalte über eine luftige Metallbrücke und kommen dann nach einem weiteren Anstieg an den ersten alten Befestigungsanlagen des Ersten Weltkriegs vorbei.
Eine schöne, solide Hängebrücke
Die Felsen müssen umgangen werden.
Nach weiteren mehr oder minder ausgesetzten Kletterpassagen erreichen wir den Gipfel des Lagazuoi. Von hier haben wir einen fantastischen Rundumblick auf die angrenzenden Berge.
Nach dem Ersteigen einer steinigen Rinne ist der Gipfel nicht mehr weit.
Das Gipfelfoto
Die Puezspitze
Wir stärken uns ein wenig in der Lagazuoi-Hütte in der Nähe des Gipfels, bevor wir uns an den Abstieg machen.
Die schöne Hütte mit einer fantastischen Aussicht - Die Marmolata ist jedoch heute zu großen Teilen in den Wolken verborgen.
Auch beim Abstieg folgen wir dem Kaiserjägersteig. Der Weg geht zunächst durch restaurierte Befestigungsanlagen des Ersten Weltkriegs und dann durch ein mehrere Kilometer langes Tunnelsystem den Berg hinunter. Soldaten bohrten diese Tunnel in nur 6 Monaten als Verteidigungslinie gegen die anrückenden italienischen Truppen.
Man muss sich gut an den Seilen festhalten und bei einer unvorsichtigen Kopfbewegung macht man schnell Bekanntschaft mit der rauen Stollendecke.
Die Befestigungsanlagen
Am Stolleneingang
Es geht steil den Berg hinunter und die Helme mit den Lampen sind sehr hilfreich.
Die Steine und Holzbalken sind nass und glatt.
Es folgen noch einige Kletterpassagen hinüber zum Martini-Band und nach der Rückkehr zum Stollen erreichen wir schnell den Tunnelausgang und den abschließenden Serpentinenweg.
Auf dem Weg zum Martini-Band
Nach sieben Stunden kommen wir wieder am Falzarego-Pass an und blicken auf den erstiegenen Bergrücken zurück. Es war eine sehr schöne, abwechslungsreiche Tour mit vielen Highlights.
Die Felswand des Lagazuoi im Abendlicht
Den Track der gesamten Tour findet ihr hier: Der Kaiserkäger-Klettersteig
Unsere vierte und letzte Trainingstour vor der Hüttenwanderung führt uns zum „Sentiero Bonacossa“. Die Tour beginnt für uns an der Liftstation Col de Varda am Lago di Misurina.
Der Misurinasee im Morgenlicht
Wir können bereits bei der Auffahrt mit dem Sessellift die massige Zackenwand der Cadini di Misurina erkennen, die wir heute übersteigen werden. Drahtseile und Holzstufen helfen etwas beim Aufstieg zur „Forcella di Misurina“.
Leichte T3-Kletterei ist angesagt
Den Abstieg ins Schneekar gehen wir sehr vorsichtig an, denn der Steig ist sehr rutschig aber zum Glück durchgängig mit Stahlseilen gesichert.
Zum Glück gibt es Stahlseile zur Absicherung
Auf der anderen Talseite geht es im Zickzack wieder den Geröllhang hinauf und mehrere Eisenleitern helfen beim Anstieg zur „Forcella del Diavolo“ hinauf.
Leitern ermöglichen den Aufstieg
Gipfelfoto am Forcells del Diavolo (2480 m)
Die Drei Zinnen im Hintergrund
Jenseits des Jochs führt eine deutlich sichtbare Geröllspur den Berg hinunter. Auch hier helfen uns Stahlseile bei der Überwindung der schwierigsten Stellen.
In dem rutschigen Gelände ist Vorsicht geboten
Nach einigem Hin und Her erreichen wir steinige Wiesenböden. Jetzt sehen wir auch schon unser nächstes Ziel, die „Rifugio Fonda Savio“, die wir nach dem Überwinden einer kleinen Felsstufe dann auch schnell erreichen.
Man kann die Hütte am rechten Bildrand erahnen, aber sehen kann man sie noch nicht.
Die Rifugio Fonda Savio (2367 m)
Der Abstieg ins Tal ist nun nicht mehr schwierig und nach einer Wanderzeit von etwas mehr als 6 Stunden kommen wir wieder am Ausgangspunkt in Misurina an.
Den Track der aussichtsreichen Tour findet ihr hier: Von Misurina zur Rifugio Fonda Savio